Freitag, 17. November 2017

unser gemüse heute


krautstiel (mangold), mehligkochende kartoffeln, paprika, sellerie, rande (rote beete), lauch, rüebli (karotten), zwiebeln, nüsslisalat (ackersalat) kürbis.
der wochenrückblick kommt auch noch irgendwann, momentan haben wir besuch, da muss des internet warten!

Montag, 13. November 2017

silberahorn schneiden


seit einigen jahren wächst in unserem garten, auf dem gepachteten teilstück, ein silberahorn. entweder ist er ein schössling eines älteren baums, der hier mal gestanden hat und gefällt wurde und dessen stumpf man noch lange sehen konnte oder aber er ist einfach ein sämling von einem der umstehenden silberahornbäume. wir haben ihn einfach wachsen lassen. wie lange schon, kann ich nicht mehr genau sagen.
mittlerweile hatten seine höchsten zweige die höhe des dachfirsts erreicht und spendeten mehr schatten als es uns lieb war. ausserdem stellten wir uns schon seit einiger zeit die frage, was passieren würde, wenn der baum noch grösser werden würde. höchste zeit also zum stutzen.
am abend vor dem mit der familie zwecks baumschneideaktion abgemachten termin machte ich den fehler ein bisschen zum thema baumschneiden, speziell zum thema ahorn schneiden, zu recherchieren. und ja, ich weiss seitdem, dass man einen ahorn eigentlich nicht schneiden sollte, sondern lieber an einen platz pflanzen, an dem er sich nach seinen wünschen ausdehnen kann. jetzt könnte man natürlich einwenden, dass der baum sich seinen platz ja selbst ausgesucht hat, aber hat er es deshalb verdient, von uns verstümmelt zu werden? nun, die weitere recherche ergab, dass man ahorn schon schneiden kann, dies aber am besten macht, wenn der baum in der ruhe ist, also möglichst wenig saft nach oben transportiert. der späte herbst scheint dafür garnicht so ungeeignet zu sein. ganz nebenbei habe ich erfahren, dass wir von unserem ahornbaum (acer saccharinum) auch ahornsirup gewinnen könnten, vielleicht versuchen wir das ja mal im nächsten frühjahr.


ein bisschen schade ist es auch um die vielen blüten, die unser baum schon angesetzt hatte, denn der silberahorn gilt auch als sehr ergiebige bienenweide.
aber die vor- und nachteile des schneidens hatten wir ohnehin schon gegeneinander abgewogen und beschlossen, einmal eher radikal zu schneiden.




und während ich mit meinem neu erworbenen theoretischen wissen von unten dirigierte, schnitt der grosse sohn zuerst kleine keile aus, um dann die äste einigermassen kontrolliert abzusägen.


 zu dritt zerlegten wir einen teil der äste zu brennholz und stapelten die dünneren zweige für den häckseldienst auf.



und am ende sah der baum so aus. meiner ansicht nach ist der baumschnitt einigermassen gelungen und wenn der baum nun seinen wuchs auf die stehengelassenen seitenäste ausweitet, wird er in zukunft wohl wieder eine einigermassen gute figur machen. und wir haben es wieder ein bisschen heller im garten und für eine zeit lang die sorge los, dass uns der ahorn über den kopf wachsen könnte!


Sonntag, 12. November 2017

vorsatzpapierfreude


schon am anfang der woche angekündigt, über viel arbeit und plänen fürs wochenende beinahe vergessen, fand ich heute morgen eine überraschung in unserem briefkasten, ein...


ich war nicht unbeobachtet beim auspacken... (der grosse sohn machte gerade die kamera für die baumschneideaktion bereit)


... die spannung steigt...


... denn im päckchen ist ein weiteres päckchen (und eine schöne karte mit persönlichen grüssen und ein lesezeichen).


und das ist im päckchen im päckchen gewesen: mein gewinn von der abstimmung über das novemberthema des mustermittwochs bei müllerin art - ein halbleinen-büchlein aus der müllerschen werkstatt, eingebunden in das original des vorsatzpapiers des buchs "bunte bücher" von michaela müller.


klar wurden hier das original und der druck gleich verglichen und dabei festgestellt: das motiv wurde gespiegelt, etwas vergrössert und aufgehellt. schön ist es in beiden fällen, beim original kommt natürlich noch die haptik des bedruckten papiers dazu!
nun freue ich mich darauf, das büchlein zu füllen, das format kommt mir natürlich auch irgendwie entgegen! herzlichen dank, liebe michaela!

Freitag, 10. November 2017

streifen, streifen, überall streifen


nicht erst seit meiner anmeldung zur diesjährigen adventspost sehe ich überall streifen. zuerst war da das projekt von jacob dahlgren, das ich auf instagram verfolge - unbedingt auch den text lesen, das mit den streifen kann man ganz schön kompliziert angehen:

2017-11-07 22/7 = 3.142857 142857 142857 ... Idea / Curated by Alexander Fraser 28.09.2017 – 08.04.2018 192 prints of stripe are chosen and presented together on a huge wall. There is one print for each day of the exhibition at Museum Ritter. The choice of the prints and their sequence is not accidental or subjective, but instead arrived at by using the digits in the decimal expansion of the fraction 22/7, an old approximation to π. 22/7 = 3.142857 142857 142857 ... The group of six digits after the decimal point repeats an infinite number of times. Each digit is used to determine the choice of print: a print with one single distinctive stripe in a particular colour corresponds to the number “1”, and one with four stripes in a certain colour to “4”, and so on. 22/7 defines a sequence that works in a subtle way that is not obvious when first seen. Wear on each day between September 28th and April 4th the corresponding T-shirt according to the sequence. Visualize on your daily portraits the number of the day (1,4,2,8,5,7) in any way you wish. #tshirt #stripe #abstraction
Ein von @jacob_dahlgren geteilter Beitrag am

als nächstes entdeckte ich die "my stripe library 30-day challenge" von treetops colours, einer filzerin aus australien, der ich ebenfalls auf instagram folge. spannend, wie unterschiedlich streifen aus und in  filz wirken können!
und dann kam das streifenthema für die adventspost. wenn das nicht mal eine koinzidenz ist!

also streifen.
aber was sind denn überhaupt streifen? wann ist ein streifen kein streifen mehr, sondern eine fläche, oder eine linie? und was gibt es für verschiedene streifen? wie kann man streifen erzeugen, aus was können sie sein?


ich nähere mich dem thema also erstmal von der theoretischen seite.
ganz spannend finde ich auch die frage, ob bei einer gleichmässig zweifarbig gestreiften fläche von streifen der farbe a auf farbe b gesprochen werden kann oder von streifen der farbe b auf farbe a, oder ob gar beide farben streifen sind. man beachte dazu die definition von streifen (links oben im bild) als "farblich von seiner umgebung abgehobener langer schmaler abschnitt einer fläche". offensichtlich darf der streifen also nicht breiter als lang sein, sonst ist er kein streifen mehr. vielleicht ist er dann eine fläche. oder auch nicht, denn falls die zwischen den nichtstreifen liegenden flächen noch breiter wären, wäre es halt doch wieder ein streifen.
nun lassen sie sich bitte nicht verwirren, denn eigentlich sagt uns schon der gesunde menschenverstand, was ein streifen ist, oder nicht?

unser gemüse heute


zuckerhut, chinakohl, muskatkürbis, kartoffeln, rüben, rote beete, sellerie, zwiebeln, fenchel und viele unreife paprikaschoten (da wurde vermutlich das gewächshaus geräumt und alles abgeerntet und verteilt, ich lasse die jetzt noch ein bisschen nachreifen, das funktioniert normalerweise ganz gut.)

Dienstag, 7. November 2017

wochenende!


weil es auf instagram selbst für die familie (also für die, die nicht da waren) fast zu kryptisch war: hier der rückblick aufs wochenende in etwas ausführlicher:
der samstag startete mit kuchenbacken für den langersehnten besuch aus den bergen. tonnen von äpfeln wurden geschält und die reste sahen so viel fotogener aus als der kuchen, der aber dafür sehr lecker geschmeckt hat.
der besuch brachte dann noch eine glarner pastete mit und ganz viel information warum die glarner pastete so ist wie sie ist (nämlich halb zwetschge und halb mandel) und ich muss sagen in sachen glarner pastete würde ich zu den armen, den hockengebliebenen gehören, die sich die teueren mandeln nicht hätten leisten wollen, die zwetschgenfüllung schmeckt nämlich (zumindest mir) deutlich besser!
das zweite mitbringsel inspirierte uns dann zu ankündigung per schrifttafel: heute abend knödel! stand wirklich auf dem programm. lags an der offiziellen ankündigung oder an der guten stimmung, der böhmische knödel übertraf sich selbst, sprengte alle erwartungen und gleich noch beinahe den umfang des topfs. so viel lob für ein abendessen hab ich schon lange nicht mehr bekommen!
dann sind wir noch lang gehöcklet und kamen vom hölzchen aufs stöckchen und irgendwann auch auf die musik und darum so spät ins bett wie schon lang nicht mehr.

gut konnten wir am sonntag ausschlafen, noch gemeinsam mit dem besuch gemütlich frühstücken und mussten erst um 14.30 uhr im theater stadelhofen sein, um uns die erste hausproduktion unter der neuen intendanz von françoise blancpain und benno muheim, "alice im wunderland", anzusehen. fürs stationentheater wurden wir mit spielkarten in gruppen aufgeteilt, wir waren bei den kreuzkarten. das theaterstück spielt zunächst in der technik, in der garderobe, im bistro und endet zum schluss im eigentlichen theater. sehr, sehr schönes figurentheater mit spontan belebten objekten wie auch extra angefertigten kostümartigen hüllen, nicht nur für kinder! im juni kommenden jahres wird das stück wieder aufgenommen, denn vorerst war am sonntag die letzte vorstellung.

am abend war ich dank mit mir durch das ganze wochenende geschleppter erkältung total kaputt, zum tatort hat es aber dann doch noch gereicht. war aber so ein wochenende, von dem man noch ein weilchen zehren kann.

(und ja, das zeugma ist ein schönes stilmittel. nur falls es jemand noch nicht wusste.)

Freitag, 3. November 2017

unser gemüse heute


spinat, lauch, rüebli, rucola und petersilie, sellerie, rande (eine grosse und eine kleine), fenchel, paprika, kartoffeln, zwiebeln.
die woche war eher so lala, trotz erkältung habe ich gemüse ausgefahren, einen kleinen teppich gefilzt und den restlichen kram erledigt, teilweise halt im schneckentempo. für den teppich habe ich mit farbflächen experimentiert, die ich nicht ausschneide, die aber trotzdem trennscharf sein sollen, was ganz gut funktioniert. ich habe mich für die adventspost angemeldet (siehe seitenleiste) und mich mal wieder ein bisschen mit paul klee beschäftigt. zum gemüse dazu haben wir diese woche fleisch und mehl vom bauernhof bekommen, zum normalen fleischpaket dazu habe ich zwei päckchen leber ausgesucht, das testen wir jetzt mal (also grundsätzlich sind kai und ich leberfans, aber die qualität muss halt stimmen, wobei ich da beim fleisch vom geisshof keine sorgen habe...)
schönes wochenende allerseits, meins steht unter dem motto wir treffen menschen aus dem worldwideweb und haben miteinander eine gute zeit!

Montag, 30. Oktober 2017

fischhandschuhe


eine kleine zwischenarbeit, meine hauptstrickstücke sind momentan ein bisschen zäh. ausserdem kann man handschuhe jetzt schon ganz gut gebrauchen, gearbeitet nach der anleitung goldfish mittens und da nicht für ein kleinkind einfach mit nadelstärke 5,5 anstatt 3,25 - so passen sie mir!

Freitag, 27. Oktober 2017

unser gemüse heute


spinat, nüsslisalat, ciccorino rosso, pak choi, kartoffeln, kürbis, fenchel, karotten, paprika, zwiebeln und knoblauch.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

kinderfilzkurs "bunt umfilzte schreibgeräte"

gestern hatten wir mit nur vier kindern (plus eine mutter) bei allerschönstem wetter einen guten start in die diesjährige kinderfilzkurssaison: 


 nach der ersten runde.


nach der zweiten runde.


nach der dritten runde. (und die sonne steht jetzt schon so tief, dass die schatten um vier uhr schon so lange sind.)

Mittwoch, 25. Oktober 2017

mustermittwoch: dreiecke und zickzack


tatsächlich beschäftigte mich das oktobermustermittwochthema den ganzen oktober mehr so nebenbei. ganz zu anfang schnitt ich aus ein paar verunglückten rautenresten aufs geratewohl ein paar dreiecke und arrangierte sie auf einem plexiglasblock. 

 

auf einer art dauerklebefläche kann ich sie immer mal wieder umbauen und so kamen bereits einige verschiedene muster aus dreiecken zustande, die sich ganz von alleine zum zickzack entwickelten.



dann zierte dieses rundumzickzack bei einem ausflug im kaffee unsere unterteller.


 was mich augenscheinlich inspirierte ähnliches zu probieren. oben im bild noch der versuch aus einer gleichmässig schräg gestreiften fläche ein zickzack zu machen. das geht garnicht so einfach. schneidet man nämlich nur streifen und dreht sie um, dann steigen die linien immer noch in der gleichen richtung. um 90 grad verdreht abgeschnitten ging es dann aber doch.




immer wieder nahm ich die dreiecke zur hand und ich vermute, dass die varianten noch lange nicht ausgereizt sind.  riesige sprechblasen für ein comic? sonnenräder?


und immer wieder musste ich an stadthallen aus den sechzigern denken, oder vielmehr an deren innenarchitektur.




mit farben gespielt hab ich dann auch noch. man könnte sicher auch ein rapportmuster draus machen... ach, der möglichkeiten sind ja viele, ich glaub, ich hab mich jetzt erst so richtig auf dieses thema eingeschwungen. schade, ist der oktober schon vorbei.

filzworkshop flächen

am vergangenen samstag durfte ich drei frauen im begegnungszentrum ennetraum auf dem weg zu ihrem wunschfilz begleiten. grob vorgegeben hatte ich das thema fläche, aber unterschiedlicher hätten die entstehenden flächen nicht werden können. 


tischläufer, etwa 45cm auf 140cm, geflochten und gefilzt aus nadelvlies - eine wundervoll exakte arbeit!


detail und ganze decke aus wollresten unterschiedlichster herkunft und farbe. eine resteverbrauchsarbeit sozusagen - auf wunsch der teilnehmerin. der untergrund besteht aus naturfarbenen wollen, die schauseite aus farbigen. um eine einigermassen gleichmässige verteilung der wolle sicherzustellen, wurde die fläche in 8 sektoren aufgeteilt und die wolle entsprechen durch wiegen eingeteilt. anfangsgrösse 110cm auf 180cm, die definitive endgrösse hat die decke erst am tag nach dem kurs erreicht, alles andere hätte aber auch den zeitlichen rahmen definitiv gesprengt!





und ein nunofilzschal aus wolletamin belegt mit einer bfl-seiden-mischung im handgefärbten kammzug aus der spinnwebstube.

es war auch für mich ein sehr schöner filztag! herzlichen dank auch nochmal allen teilnehmerinnen für die beiträge zum gemeinsamen mittagessen!

Montag, 23. Oktober 2017

sonntagsausflug oder: warum steht keine sitzbank vor dem baselitz?

eine unsichere (für das mittelland) bis schlechte (für die berge) wettervorhersage machte uns die planung für einen familienfreien sonntag nicht eben einfach. dazu kam noch, dass ich nach dem filzkurs am samstag (bericht folgt) auch noch ein bisschen erschlagen war, also wünschte ich mir zuerst mal: auswärts frühstücken.
eigentlich sind wir ja auch daheimfrühstückprofis, und hätten fast alles - und sogar mehr marmeladenauswahl - auch zuhause haben können, aber so schön angerichtet und mit latteart gibts das dann halt doch nur auswärts. für uns gestern im kafi dihei in zürich. und es war sehr lecker, nur mit der gemütlichkeit haperte es ein bisschen, wurden wir doch allzuoft gefragt, ob wir noch eine weile sitzen wollten, zum ersten mal schon als wir noch nicht mal die hälfte des frühstückstellers gegessen hatten...

frühstück im kafi dihei

auf dem weg zum frühstück hatten wir schon dank sbb-verbindungsempfehlung und falsch ins telefon eingegebener adresse einen mittelgrossen morgenspaziergang gemacht - wir überlegten unterwegs glatt, ob sich die sbb-app nun dem nudging verschrieben hat und einfach der ansicht war, wir müssten uns ein bisschen bewegen, bevor wir uns ein frühstück verdient hätten und uns deshalb am güterbahnhof ausstiegen liess. also nahmen wir nach dem frühstück vom café aus die tram und fuhren direkt vor das kunsthaus, unser nächstes ziel an diesem mittlerweile sonnigen sonntagsmorgen.


dort waren wir tatsächlich noch nie gewesen. an der kasse ahnte ich dann auch schon ansatzweise warum, denn es gehört zu den wenigen museen in der schweiz, die sich nicht dem museumspass angeschlossen haben und für die wir als museumspassinhaber also zusätzlich eintrittsgeld bezahlen müssen. zu zweit war das gestern zu verschmerzen, zumal wir uns auch "nur" für die sammlung entschieden. sammlung, also ein an der kunstgeschichte seit dem mittelalter orientierter chronologischer gang durch die jahrhunderte, das hatten wir ohnehin schon lange nicht mehr gemacht und unversehens fand ich das dann auch erst ein bisschen seltsam. themenorientierte, künstlerorientierte ausstellungen fokussieren die aufmerksamkeit ja meist zunächst auf einen aspekt, auch wenn man letztendlich doch vielleicht was ganz anderes in so einer ausstellung entdeckt, aber hier standen wir nun plötzlich zwischen offiziell wichtiger, ernsthafter kunst. da das haus zusätzlich zur zeit umgebaut wird und so der rundgang eben nicht im mittelalter beginnt, geriet uns der museumsbesuch auch zuerst einmal zu einem fröhlich-bildungsbürgerlichen ratespiel um die gegenwartskunst des 20.jahrhunderts. glücklicherweise hatten wir die kinder nicht dabei, die finden das immer nicht so lustig. aber so zu zweit machte es uns grossen spass, die richtigen künstler zu erraten (naja, oder eben zu wissen...).

hodler im vordergrund
der gang durch die zeit führte uns dann zuerst einmal zurück ins frühe 20. und 19. jahrhundert, die alten meister liessen wir links liegen und entdeckten im treppenhaus des alten kunsthausgebäudes einige gemälde von augusto giacometti, einem uns bisher unbekannten mitglied der künstlerfamilie giacometti. fotografiert habe ich keines, was ich jetzt ein bisschen bedauere, denn der hodler im treppenhaus gibt zwar schön die stimmung und die architektur des alten kunsthauses wider, aber den kennt man ja sowieso.
den malstil von augusto giacometti, der auf wikipedia mit "koloristik" umschrieben ist, kann man hier ganz gut sehen. die "steinhauer", ein grossformatiges ölgemälde in ebendiesem stil kann ich leider nirgends finden, dabei fand ich gerade das im kontrast zu den hodlerbildern so spannend!

hodler im hintergrund
sehr spannend auch zu sehen, wie sich das verständnis von architektur für die kunst im laufe der jahrhunderte gewandelt hat. so ganz habe ich den überblick nicht gewonnen, denn zwischendurch gab es immer wieder kleiner erweiterungsbauten, aber die zwei grossen gebäude wurden jeweils 1910 und 1976 eröffnet, und spiegeln den zeitgeist sehr gut wieder. nun wird seit 2015 wieder gebaut, eine grosse neue erweiterung nach einem entwurf von david chipperfield.

müllerbau von 1976

und was habe ich für mich von diesem museumsbesuch mit nach hause genommen?
eine kunstpostkarte von einem gemälde augusto giacomettis, damit ich mich an dessen eigenartig gespachtelte malweise erinnere.

beuys`olivestone
und die olivestones von beuys (natürlich nicht physisch, das wäre eh ganz und gar unmöglich gewesen von der sauerei mit dem auslaufenden öl mal ganz abgesehen), grosse kalksteintröge, in denen, umgeben von olivenöl, weitere kalksteinblöcke lagern und langsam vom öl durchdrungen werden. ordnung und struktur, belebung und organisches, die sich gegenseitig ergänzen. mit beuys wollte ich mich schon länger mal wieder ausführlicher beschäftigen, vielleicht sollte ich mir zuerst einmal die neue dokumentation über ihn anschauen, die es seit diesem jahr gibt?

und die in der überschrift schon angeschnittene frage: warum kann man sich vor die seerosen von monet gemütlich auf ein sofa fläzen, aber vor dem baselitz steht nicht mal eine bank? (auch nicht vor kiefer oder penck)

überhaupt, kaum ist man mal in der grossen stadt unterwegs, sieht man so viel interessantes und neues, was man auch schon mal genauer wissen wollte. der nächste besuch ist schon geplant, im figurentheater stadelhofen gibt es zum saisonauftakt "alice im wunderland", diese aufführung werden wir aus gründen mit der tochter besuchen!

Freitag, 20. Oktober 2017

unser gemüse heute


noch einmal ein bunter korb voller herbstlicher erntefülle mit einem tupfer spätsommer! spinat, rucola und petersilie, pakchoi und ein rötlicher salat, rettiche, fenchel, rote zwiebeln, lustig geformte auberginen und paprikas und die obligatorischen kartoffeln.
die woche war unspektakulär und wie alle wochen, die einen neustart nach den ferien enthalten ein bisschen gefüllt mit starterledigungen. ein arbeitswochenende steht vor der tür, das wetter soll herbstlicher werden, aber darauf haben wir uns ja jetzt eingestellt.
ihnen allen ein schönes wochenende!

Donnerstag, 19. Oktober 2017

aufwändige kursvorbereitungen...

am kommenden samstag biete ich einen filztag ohne konkretes endprodukt an, alleine auf eine fläche habe ich die teilnehmer festgelegt, grösse, material, technik können von teilnehmerin zu teilnehmerin variieren. dafür können maximal 4 personen an einem solchen kurs teilnehmen, damit ich mich um jede gut kümmern kann. im idealfall (und es handelt sich in diesem fall um einen solchen) weiss ich vorher ungefähr oder genau, was die einzelnen teilnehmerinnen machen wollen, kann mich um materialbesorgung kümmern oder tipps geben, wenn das material mitgebracht wird, kann das equipment zusammenstellen und mir überlegen, wer welche arbeitsschritte in welcher reihenfolge machen kann, dass niemand zu lange warten muss, ich mich aber auch nicht zerreisse. 
mit einer teilnehmerin habe ich ein konzept entwickelt, wie sie ihre restewolle verbrauchen kann, für eine teilnehmerin vorfilz in wunschfarben besorgt und einer habe ich eine technik für die herstellung eines geflochtenen schals vorgeschlagen, die ich schon lange selbst ausprobieren wollte. anlass also, endlich mal dranzugehen, an den "braided muffler" von jorie johnson, beschrieben in diesem buch (amazon affiliate link).


da ich annehme, dass das mitgebrachte material nicht reine wolle sein wird, nehme ich ebenfalls teilweise gemischte kammzüge von ashford zum ausprobieren. zwei der hellen stränge (die linken beiden) sind zusätzlich etwas exotisches, dessen namen mir nicht mehr einfällt, was sich aber ein bisschen wie yak anfühlt, und das ich vor längerer zeit mal bei wollknoll gekauft habe, die rechten beiden hellen stränge sind ein bisschen gröber als der rest und auch deren provenienz ist mir nicht mehr so ganz klar.


es kann losgehen mit dem flechten. sieht doch schon ganz gut aus, etwa 23 breit kommt das geflochtene zu liegen.


ich arbeite mich stück für stück vor, netze immer wieder ein etwa 60 zentimeter langes teilstück und filze an, dann wickle ich das bearbeitete stück auf, rutsche alles nach und flechte weiter. wenn man mal im flechtrhythmus drin ist, will man garnicht mehr aufhören. ausserdem möchte ich gerne das material verbrauchen, damit nicht wieder reste herumliegen, die ich nicht mehr zuordnen kann.
ich flechte und netze, flechte und netze, ...


bis ich rechnerisch 380 zentimeter auf der rolle habe. beim anfilzen und rollen längt sich das ganze, vor dem walken ist das ganze stück auf 430 zentimeter gewachsen.


 nach dem walken ist der schal immer noch knapp drei meter lang und etwa 18 zentimeter breit. geschrumpft habe ich beinahe ausschliesslich in längsrichtung, noch länger hätte ich ihn auch nicht haben wollen, dabei hat sich die längsverschiebung von karos zu rauten vollständig wieder gegeben.
die technik ist natürlich viel wilder und viel weniger exakt als das flechten mir vorfilzstreifen, weder gibt es genaue karos, noch exakte ränder. an manchen stellen hat der schal sogar lücken, den rand habe ich auch eher unregelmässig gelassen, den hätte man zwar bearbeiten können, es erschien mir dann aber eher weniger schön. dafür habe ich drauf geachtet, dass der schal überall gleich breit ist, was er nicht von anfang an war. beim aufwickeln des nur leicht angefilzten schals habe ich ein paarmal wahrscheinlich zu fest gezogen.
dafür weiss ich nun, worauf ich die filzkursteilnehmerin aufmerksam machen muss, wenn sie denn wirklich diese technik wählt... auch kann ich ihr ein paar tricks und kniffe zeigen, wie es einfacher geht als im buch beschrieben. ganz abgesehen davon, dass ich wenigstens eine ungefähre ahnung vom schrumpfen des geflochtenen habe. und ich habe selbst einen schönen schal. (das kann man auf dem letzten bild vielleicht nicht so ganz sehen, denn die farben sind ziemlich anders als auf dem foto).
manchmal braucht es halt schon eine extraportion schubs, damit man etwas ausprobiert!

falls sie nun lust bekommen haben, am samstag noch dazuzustossen: ein tisch wäre noch frei! weitere infos finden sie hier.



Sonntag, 15. Oktober 2017

herbstwanderung

heute morgen brachen wir relativ spontan in richtung unteres aaretal auf um ein bisschen durch den herbstlichen wald zu wandern. immerhin hatten wir würste zum grillen dabei, obst, brot, süssigkeiten, eine flasche tee. nicht dabei hatten wir: streichhölzer oder etwas anderes zum feuer machen. ausserdem verrirrten wir uns auf dem rückweg so grandios, dass wir beinahe in einen steinbruch gefallen wären. naja, letzteres nicht so ganz, aber immerhin wichen wir erheblich von der geplanten route ab, befragten unterwegs sicherheitshalber aber mal das gps und lokalisierten uns auf der karte von swisstopo. danach fanden wir schnell wieder den richtigen weg. 


wahrscheinlich waren wir so sehr ins bewundern des farbenspiels im wald vertieft, dass wir den richtigen abzweig verpassten, aber es war ja nicht so schlimm. schön war es im wald heute fast überall.


 wesentlich komplizierten hätte die sache mit den vergessenen streichhölzern werden können. wenn da nicht an der schrannenhütte der zufall oder die vorhersehung eingegriffen hätten.


kurz bevor wir die waldhütte erreichten, stellten wir fest, dass keiner daran gedacht hatte, feuerzeug einzupacken. an der hütte wollten wir zunächst nur kurz rasten um dann zur ruine besserstein weiterzulaufen, aber sicherheitshalber suchten wir mal am holzvorrat und im mülleimer nach liegengebliebenen streichhölzern. fehlanzeige, aber uns fiel im mülleimer ein leergebranntes grablicht auf und beim umherschauen eine gedenkeiche für einen "freund" (wir nehmen mal an, dass es ein jäger war), an deren fuss ein ewiges licht brannte.
immerhin feuer! nach einigen versuchen gelang es uns tatsächlich einen fidibus mit hilfe des grablichts anzuzünden und damit dann auch ein feuer. die würste schmeckten mindestens doppelt so lecker wie vom mit dem eigenen feuerzeug angezündeten feuer und der "freund", der vermutlich ja auch eine eher tiefe beziehung zum wald, zur natur und zu dieser waldhütte gehabt hat, wird uns das ausleihen seines lichts schon verzeihen!



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